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ABC-ruhrort -T

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1.

Tausendfensterhaus | TEU ( Twenty-food Equivalent Unit = 20 Fuß Standart Container), Treidelpfad, Tonnenleger, Trajekttürme, Treibholz | Tram 901, Trinkhalle, Tradition | Touristendampfer | Tausendfensterhaus, Tönnikes Drieter | tolerant | total spannend | Tönnekesdrieter, Tütebell, Tante Olga, Talk | Taverne im Deutschen Haus | Tonnagesteuer | total cool | Traditionsunternehmen (Kadlec & Brödlin, Benno, Rustein) | Tante Olga, Tönnekesdrieter | Theater | Thyssen-Werk | Tor 1 | Theater Arbeit Duisburg | Theorie und Praxis (e.V.) | trimodal, Trimodalität

 


2.

Theken zählen, Tresengeschwätz

Je später der Abend, desto höher die mutmaßliche Zahl der Kneipen, die es zwischen Tausendfensterhaus und Thyssenwerk, Treidelpfad und Tönnekesdrieter einmal gegeben haben soll. Tresengeschwätz? Von wegen! Das Duisburger Stadtarchiv hat anlässlich des 300. Hafengeburtstags im September 2016 Tatsachen auf den Tisch gelegt. Obwohl die Kneipennamen sich am gleichen Standort immer wieder mal geändert haben, waren es wohl an die 100. Mehr jedoch wäre übertrieben. Schade. Ruhrorter lieben Übertreibungen. Aber die Trinkhallen kommen ja noch extra!

Duisburgs Hafenstadtteil hatte bis in die 1960er eine solche Dichte und auch Vielfalt an Tresenwesen, dass es auch Nicht-Ruhrorter gerne ins „St. Pauli des Ruhrgebiets“ zog. Für jeden Geschmack war dort die passende Gaststätte zu finden. Ob gutbürgerlich mit Tanztee und Variété. Oder verrufen in der Ruhrorter Altstadt – mit leichten Mädchen und trinkfesten Jungs.

Allein die Namen regen noch heute die Phantasie an: „Heuschober“, „Im weißen Rössl“, „Postkutsche“, „Zum Laternchen“, „Hof von Holland“, „Hafenschänke“, „Bismarck-Klause“ und natürlich „Tante Olga“. Von der Kneipen-Herrlichkeit ist nicht viel übrig geblieben. „Zum Hübi“, „Zum Anker“, „Taverne/Deutsches Haus“, „Endstation“ oder „Ruhrorter Treff“ – um einige der wenigen zu nennen, die überlebt haben.

Die Gastronomen des 21. Jahrhunderts trotzen den neuen Gepflogenheiten der modernen Binnenschifffahrt, wo „an Land gehen“ fast ausgestorben ist. Stattdessen hofft die „Ruhrorter Thekenmeile“ auf eine Wiederbelebung durch Touristen, Hafenflanierer und Flusskreuzfahrer. Genug Histörchen und Tratsch aus alten Tagen und zeitgeschichtliche Fotos vom legendären St. Pauli des Ruhrgebiets sind ja vorhanden …

Dagmar Dahmen

 


3. Illustration:


4. Schautafel:


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